RW Walldorf: Das Trainer-Beben vor dem Saisonschluss
Beim Hessenligisten SV Rot-Weiß Walldorf überschlugen sich am Sonntagabend die Ereignisse. Nach der 2:4-Niederlage gegen den Hanauer SC endete die übliche Pressekonferenz ungewöhnlich abrupt – ein erster Hinweis auf die personellen Konsequenzen, die wenig später folgen sollten.
Noch am selben Abend gab der Vereinsvorsitzende Manfred Knacker bekannt, dass Cheftrainer Artur Lemm sowie Co-Trainer Serdar Parlak mit sofortiger Wirkung freigestellt wurden. Dabei betonte Knacker, dass die Entscheidung nicht als direkte Reaktion auf die Niederlage gegen Hanau zu verstehen sei.
Vielmehr habe der Vorstand bereits in den Tagen zuvor intensiv darüber beraten, die ohnehin zum Saisonende geplante Trennung vorzuziehen. „Wir sind uns doch alle einig“, schilderte Knacker die Situation im VIP-Raum nach dem Spiel. Da sowohl Lemm als auch Parlak vor Ort gewesen seien, habe man die Entscheidung kurzerhand direkt kommuniziert.
Als Hintergrund nannte der Vorsitzende interne Unruhe im Verein, deren Ursprung er im Verhalten Lemms sieht. Dieser weist die Vorwürfe jedoch entschieden zurück: „Davon distanziere ich mich ganz klar. Ich verantworte diese Unruhe nicht“, erklärte der 50-Jährige, der seit November 2021 als Cheftrainer tätig war.
Trotz der abrupten Trennung legt der Verein Wert auf einen fairen Umgang. Beide Trainer werden bis zum Saisonende weiterbezahlt, wie vertraglich vereinbart. „Sie müssen halt einfach nicht mehr kommen“, so Knacker. Die Freistellung von Parlak begründete er mit dessen enger Zusammenarbeit mit Lemm: „Sie sind sozusagen ein geistiges Tandem.“
Die Nachfolge ist bereits geregelt: Zur kommenden Saison übernehmen Sascha Volk und Taner Yalcin als gleichberechtigtes Duo die sportliche Leitung. Als spielender Torwarttrainer ist Max Grün vorgesehen. Bis dahin wird ein Interimsteam die Mannschaft durch die verbleibenden zehn Saisonspiele führen, wobei Videoanalyst Niklas Grimm eine zentrale Rolle übernehmen soll.
Parallel arbeiten Volk und Yalcin gemeinsam mit dem Sportlichen Leiter Bastian Eisert bereits an der Kaderplanung. Neben den bereits bekannten Personalien steht inzwischen fest, dass auch mehrere Spieler aus dem aktuellen Kader sowie Nachwuchsakteure dem Verein erhalten bleiben.
Trotz der Differenzen bemühen sich beide Seiten um einen respektvollen Abschluss. „Ich respektiere Manfred als Persönlichkeit“, betonte Lemm und wünschte dem Verein „nur das Allerbeste“. Auch Knacker unterstrich, man wolle „keine schmutzige Wäsche waschen“.
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